Obermarkt-Passage Minden darf keine Sackgasse werden - Die Planer suchen noch nach Plänen!

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Ein Kommentar von Matthias Beier

Obermarkt-Passage Bild 01
Hier geht es nun aktuell um die Obermarkt-Passage Minden, die hier auf ihrer Ostseite noch intakt aussieht.

Obermarkt-Passage Bild 02
Auch ist die Ostseite wegen des anliegenden ZOB sehr frequentiert, so dass Laufkundschaft im wahrsten Sinne des Wortes reichlich kommt.

Obermarkt-Passage Bild 03
Die Westseite zeigt das innerliche Problem, nämlich die innerliche Bruchbude seit 2011 unverändert.

Obermarkt-Passage Bild 04
Während früher die Passaten durch die hindurch schlängelnde Laden-Zeile strömten, ist die unvollendete Baustelle jedoch ein Desaster.


Hat sich Minden nun langsam "sortiert"? Das Ungeheuer eines "Mega-Einkaufscenter" ist doch nun endgültig verschwunden?

Keine Frage, es haben sich Rathaus und Lokalpolitik nicht mit Ruhm bekleckert. Die unüberlegten (nämlich viel zu einseitigen) Verträge mit dem Mega-Konzern ECE führten ins Nichts. Ob es überhaupt zulässig war, dass eine Stadt nach Gutdünken einen Vertrag für ein exklusives Planungs-u.Entwicklungsrecht zuschanzte, hätte eigentlich mal untersucht werden müssen. So akkumulierte sich immer mehr Gegenwind, also auch eine Nicht-Verkaufsbereitschaft von Teileigentümern, bis es der vollendete Flop war. So brachen die Pläne für eine überdimentionierte "Wesertor-Galerie" zusammen.

Aus Fehlern lernen? Geht das mit der Lokalpolitik überhaupt?

Ich erinnere mich an die damaligen Preisungen seitens Bürgermeister Michael Buhre (SPD), dass ein solch großes Projekt unverzichtbar sei, weil man die fehlenden "neuen großen Ladenflächen" für Minden damit schaffen wolle. Seitens ECE wurden dann monatlich gigantischere Center-Abmessungen publik, aber betreffend der darin enthaltenden Shops war es genau umgekehrt. Es sollten da 200 Shops hinein, die dann oftmals nur kleine Kükennester sein würden. Durch den bedingungslosen Exklusiv-Vertrag kam aber kein Einklang zwischen den Planungs-Absichten von ECE und den Bedürfnissen von Minden zustande.

Vielleicht hätte man auf die lauten und nahezu empörten Worte eines älteren Herrn hören sollen! Der rief damals den Center-Architekten zu: "Das kommt ja überhaupt nicht voran! Es ist Ihnen wohl egal, dass ich schon ein bisschen älter bin. Ich will das aber noch zu Lebzeiten erleben, dass ich hier reinkommen kann, um mal was zu schauen und mal was zu kaufen!"

Er hatte Recht! Niemand hegt nämlich Sympathie mit Verantwortlichen, sei es im Rathaus oder bei einem Center-Konsortium, die Jahr für Jahr verstreichen lassen, ohne dass eine Wieder-Eröffnung in Sicht ist. Ich hatte damals bei den Informationstreffen (vor großem Publikum) mehrfach vorgeschlagen, dass man bitte schonmal mit dem Hauptgebäude starten sollte. Aber die jedesmal harte Linie des "Wir wollen alles oder nichts" stand dem entgegen. Diese Haltung führte dann zuletzt zum großen Knall. Es war doch klar, dass es bald mit Sanierung und Baumaßnahmen hätte starten müssen. Ein Vertrauter des damaligen Bürgermeisters brachte den Vorwurf zuletzt (ebenfalls vor großem Publikum) in Richtung der Center-Planer: "Sie könnten doch wenigstens mit dem ersten Gebäude an der Bäckerstraße die Instandsetzung beginnen. Sie wollen aber alles auf einmal. Aber fangen Sie doch endlich mal an. Wollen Sie nicht? Sie sind beratungsresistent!"
Da war nun allen klar, dass man dort auf den falschen Center-Betreiber gesetzt hatte. Dieser mußte seinen Fehler dann auch eingestehen, womit er sich vom Spielfeld zurückzog. Während um jene "Wesertor-Galerie" der gesammte Rummel lief, verkümmerte jeglicher Fortschritt bei der im Stadtbild ebenso wichtigen "Obermarkt-Passage" in Minden.


Nun stellt sich die Frage, ob die von der "ISG" Interessengemeinschaft Obermarkt angeschobene Neu-Planung für die Obermarkt-Passage nun die Chance nutzen kann.

Aber nun: Laut seinen Äußerungen wartet nun der neue Bürgermeister Michael Jäcke (SPD) darauf, dass ihm das komplette und ideale Konzept betreffend der Problem-Immobilie Obermarkt-Passage auf den Tisch gelegt wird.

Ist das nicht auch ein "Alles oder nichts" mit der Gefahr, dass letztlich nichts wirklich vorankommt? Vielleicht sind 5 vergangene Jahre, die am Wesertor ein Karstadt/Hertie-Center leerstand noch nicht peinlich genug? Nun wird das Karstadt/Hertie-Center von einem Projektentwickler baulich modernisiert. Schliesslich war es mal dass attraktivste Kaufhaus in einem 50 Km Umkreis, vieleicht kann es das auch wieder werden. Aber zum Glück dann nicht mit 200 nur "Kükennest" kleinen Shops drin, sondern es werden wohl maximal nur 10 - aber dafür vernünftig große - Einkaufsflächen hineinkommen.

Auch die Obermarkt-Passage - oder auch gelegentlich Obermarkt-Zentrum genannt - hat einen riesigen Leerstand. Dieser liegt nur darin begründet, dass bei Umbauarbeiten dem früheren Träger eine Konzern-Insolvenz traf. Eine Instandsetzung wurde Jahr für Jahr vertrödelt, so dass auch hier 5 verlorene Jahre ins Land gingen.


Aufbruch ist nun angesagt! Aber ist die Ideen-Skizze der "ISG" Interessengemeinschaft Obermarkt nun schon spruchreif? Nachdem, was ich gehört habe, wohl eher nicht!

Da wurde vorgeplant, dass die "Obermakt-Passage" keine in Durchgangsrichtung stehenden Rolltreppen mehr haben soll. Wie bitte? Dann wäre es ja eher eine "Obermarkt-Mausefalle"! Die Obermarkt-Passage profitierte doch gerade davon, dass sehr viele Füssgänger hier hindurch wollen. Die moderne Einkaufs-Philosophie lautet doch schon lange: Die Leute haben nahezu schon alles. Vielmehr ist derjenige, der zufällig ein Produkt sieht, dann ein Käufer. Also ist das laufend herbeiströmende Publikum insofern sehr viel wert.
Da ist es doch völlig kontraproduktiv, die in Durchgangsrichtung stehenden Rolltreppen zu entfernen. Da fängt also "die dumme Planung" schon an. Durch ungeschickte und nervige Rolltreppen gewinnt garantiert kein Center wirklich Kunden. Überall da, wo beispielsweise Rolltreppen die Passanten zum nervigen Herumlaufen zwingen, da kommt im Obergeschoss und zweiten Obergeschoss bald niemand mehr hin. Rolltreppen sollten immer die logische Richtung nach oben haben (oder umgekehrt nach unten) damit man in 2 Minuten von ganz unten nach ganz oben kommt.

Weiter wäre die Frage zu stellen, ob und wieviele der - vermutlich wie in früheren Zeiten - durch die Passage strömenden Besucher möglicherweise Interesse an einem Kino haben würden. Aha, da kommt wohl nachher ein Kino-Film? Soll oder will man dann spontan ins Kino?

Meine Vermutung ist, dass eine wie in früheren Zeiten gut frequentierte "Durchgangs-Zeile" zwar in Shops einige Kundschaft bringen kann, aber einem integrierten Kino-Center würde es keine Gäste zutragen. Oder wollen die sich anbietenden Planer eine derart "langweilige und uninteressante" neue Obermarkt-Passage gestalten, dass bei der gebotene Langeweile jedermann und jedefrau dann ins Kino gehen würde? Eine solche Symbiose, wo ein riesiges Einkaufs-Center exakt um 20:00 Uhr schliesst, folglich dann das Kino-Center die einzige sich anbietende Attraktion dann ist, wird man in der City von Minden jedenfalls nicht haben. Hat man das bedacht?

Lange Rede, kurzer Sinn: Die nun durchgesickerten Planungs-Ideen für eine neue Obermarkt-Passage scheinen nicht sonderlich klug zu sein. Aber das muss niemanden entmutigen! Es besteht ja die Möglichkeit, dass betreffend der Ideen nochmal tiefer in die Glaskugel geschaut wird. Immerhin ist für einen Investor nun die Gesamtsituation in Minden kalkulierbar. Zur letzten Bürgermeisterwahl habe ich es auch immer gesagt: Nachdem nun die überzogenen Planungen eines Mega-Centers erledigt und beseitigt sind, wird in dieser gut überschaubaren und berechenbaren Situation ganz sicherlich bald ein Investor sich der Obermarkt-Passage annehmen. Planungssicherheit ist nun da (sofern man das Richtige plant). Es wird kommen!

Grüße, Matthias Beier

(Für die UB-UWG im Kreistag Minden-Lübbecke)

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