MerkurArena-Lübbecke meldet 10 Millionen EURO Sanierungskosten laut Gauselmann

Datum
Kommentare Keine

KOMMENTAR
von Matthias Beier

Ist die neueste Meldung real - Oder ist es eine Selbst erfüllende Prophezeiung zum Nachteil des Handballvereins TuS-N-Lübbecke?

Die Überlegungen für den Neubau einer Multifunktionshalle am Bahnhof Minden/Westfalen wurden in den letzten Tagen massiv angegriffen. Via der Neuen Westfälischen (Ausgabe Lübbecke) und dem Mindener Tageblatt wandten sich SPD-Ratsleute aus Preußisch Oldendorf gegen das Vorhaben. Auch die FWG Preußisch Oldendorf und die FWG Rahden verdammten das Projekt, wie es Radio Westfalica und kreiszeitung.de berichteten. In kreiszeitung.de wurden auch die Bürgermeister von Rahden Bert Honsel (CDU) und der Bürgermeister von Stemwede Kai Abruszat (FDP, gemeinsamer Kandidat von CDU/FDP) als ausagekräftige Gegner genannt.

Nun kommt eine neue Spielkarte ins Spiel. Anstelle gegenüber dem Standort Minden direkt missgönnerisch aufzutreten, haben die Lübbecker Kreiszeitung (gehört zum Westfalen-Blatt) und der Vorsitzende des Wirtschaftsbeirates des TuS-N-Lübbecke Herr Armin Gauselmann ****) NOTIZ nun verkündet, dass auch die Kreissporthalle Lübbecke ("Merkur-Arena") einen Sanierungsbedarf von 10 Millionen € hat.

Was nun? Müssen nun zwei neue Multifunktionshallen gebaut werden?

Nach wie vor sehe ich das Areal am Bahnhof Minden/Westfalen als prädestiniert dafür, dass hierauf eine Westfalen-Arena nach dem Zeitplan der Machbarkeitsstudie entstehen sollte. Inzwischen kämpft Minden auch darum, dass der Hauptbahnhof dringend mehr Fahrgastzahlen benötigt. Andernfalls könnte früher oder später das Gespenst einer Bahn-Umgegehungs-Trasse zuschlagen. Diese Argumentationen (habe ich selbst so in den "geheimen" Sitzungen zu dem Thema so vorgetragen, als Kreistagsmitglied der UB-UWG) werden in und um Minden herum sicherlich langsam dazu führen, dass Projekt-Teams deutlich mit dem Vorhaben voran arbeiten werden. Denn es gibt nur zwei Möglichkeiten - entweder geht es abwärts, oder man tut alles dafür dass es aufwärts geht!

Gleichbehandlung der zwei Bundesliga-Spielstätten in Minden und Lübbecke?

Die Forderung auf Gleichbehandlung formulierte Armin Gauselmann im Westfalen-Blatt vom 12.7.2016 mit dem Hinweis auf 10 Millionen € Sanierungsbedarf für die Kreissporthalle Lübbecke ("Merkur-Arena"). Es wurde auf die Neubau-Konstellation zur Kreissporthalle Minden ("KAMPA-Halle") argumentiert, daher ist klar, was es bedeuten soll. Der Kreis will den für Brandschutz-Sanierung einzusparenden Betrag (von maximal 6,5 Millionen €) als Teil-Finanzierung eines Neubaus anbieten. Würde dieselbe Aussage betreffend Lübbecke erfolgen, so müßte der Kreis 10 Millionen € für einen Neubau ebenfalls anbieten. Schöne Rechnung? Damit die Wolkenschlösser nicht ganz überhand nehmen, ist dasselbe Sanierungs-Problem auch der KAMPA-Halle zuzurechnen. Wußten Sie schon, dass das selbe Sanierungs-Erfordernis der "Merkur-Arena" auch genauso bei der "KAMPA-Halle" zutrifft? Dann wäre der Kreis also nicht mit 6,5 Millionen € gefordert, sondern es wären 16,5 Millionen € für die "KAMPA-Halle". Und natürlich die angeblichen 10 Millionen € für die "Merkur-Arena". Kostet die geforderte Gleichbehandlung nun den Kreis Minden-Lübbecke in Summe 26,5 Millionen €? Genaugenommen ja!

Ist das Argument überhaupt echt und real?

Der TuS-N-Lübbecke hatte ein großes Heimspiel mit den Rhein-Neckar-Löwen. Dabei hätten angeblich TV-Leute dann kritisiert, dass hinter den Toren keine Tribünen seien. So ein TV-Bild sehe nicht attraktiv aus, wenn hinter den Toren eigentlich nur Wände zu sehen seien. Das ist bei den Spielen von GWD-Minden in der "KAMPA-Halle" exakt genauso. Auch hier haben nur die Längsseiten die Tribünen. An den "Enden" der Halle befinden sich die großen elektronischen Anzeige-Tafeln und Werbeflächen. Demnach müsste auch GWD-Minden das Schicksal erleiden, irgendwann aus der HBL Handball-Bundesliga ausgestoßen zu werden. Wenn die Liga, so ja lautet das Schreckgespenst, nur noch Vereine mit Spielstätten der Nobel-Klasse (nämlich Tribünen von allen vier Seiten) dulden würde.

Überlegungen hin oder her ...

Die große Titelstory könnte für das "Merkur-Kind" den TuS-N-Lübbecke auch nach hinten losgehen. Eine Selbst erfüllende Prophezeiung ins Negative hinein - gerade durch den Großsponsor Gauselmann - wäre eine nur unötige Last. Sobald eine neue Multifunktionshalle in Minden steht, so haben GWD-Minden und auch der TuS-N-Lübbecke mindestens eine den "verschärften" Anforderungen genügende Spielstätte. Der TuS-N-Lübbecke müsste spielerisch sich wieder hocharbeiten. Kommt er nach einem "Abstiegs-Intermezzo" sofort wieder in die 1.Liga, so werden dennoch nur sehr selten TV-Übertragungen anstehen. Der Kreis Minden-Lübbecke wird ganz sicher für vereinzelte TOP-Spiele die neue Westfalen-Arena (wenn sie so heißen würde) bereitstellen. Beim Projekt-Konzept für Minden ist der Plan, dass eine Kreditfinanzierung dann Jahr für Jahr abbezahlt werden müßte. Der Sanierierungsfall kam nämlich überraschend und unvorbereitet. Für einen eventuellen Neubaubedarf in Lübbecke könnte man aber nun vorhersehend Jahr für Jahr gewisse Summen ansparen. Der Vorsitzende des dortigen Wirtschaftsbeirates könnte also schon jetzt sofort mit einem "jährlichen Ansparen" beginnen, wenn er wirklich eine Unzulänglichkeit der jetzigen Kreissporthalle Lübbecke ("Merkur-Arena") sieht.

Grüße, Matthias Beier

****) NOTIZ:
Gauselmann = Merkur

Autor

Kommentare

Keine Kommentare

Kommentare

Geben Sie Ihren Kommentar hier ein. * Eingabe erforderlich. Sie müssen die Vorschau vor dem Absenden ansehen.





← Älter Neuer →