Die Obermarktpassage Minden - Umbau und Sanierung leicht gemacht

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"Umbau und Sanierung leicht gemacht"


Sehr geehrte Planer und Investoren!

Endlich gibt es positive Nachrichten zur Obermarkt-Passage Minden. Die ISG-Obermarktquartier verkündete, es sei ein Investor gefunden worden, der die OMP instandsetzen und ausbauen will.

Wer ist der Investor? Keiner weiss es. Oder diente die Ankündigung dem Selbstzweck, so dass Investoren weiterhin noch gesucht werden?

Die von der ISG-Obermarktquartier kommunizierten "Planungsideen" kann man ja schon mal vorab bewerten.

01
Es solle ein Kino-Center in die Obermarkt-Passage hinein. Da seit Jahren mehrere Kinobetreiber sich mit Standort-Pokereien überbieten, könnte man diesem fast glauben. Großkino hier, Großkino da, Großkino überall. Auch die Äußerungen des neuen Bürgermeisters Michael Jäcke, dass zusammen mit dem Projekt der neuen Veranstaltungshallen ("Westfalen-Arena") ein Kino-Center entstehen könnte, halte ich für hochgestapelt. Fakt ist, dass es bereits zwei Kinos in City-Lage gibt, die trotz vieler Schnupper-u.Werbeaktionen das Zielpublikum nicht recht anlocken.
Was ist also von der Idee "Kino-Center" zu halten? Die Idee mag sehr im Interesse der ISG sein, denn durch den großen Platzverbrauch könnten nur noch wenige Shops in der OMP entstehen. Möglicherweise hat die Idee in erster Linie einen Selbstzweck-Wert, nämlich es wird bewirkt dass keine gegen die ISG in Konkurrenz tretenden Shops in der OMP entstehen. Ja, dann verstehe ich es nun.

02
Der bekannte sich durch die Obermarkt-Passage hindurchschlängelnde Gang war beidseitig mit ungefähr 16 Shops immer interessant. Die Empfehlung zur Aufgabe eines bewährten Konzeptes zugunsten eines Umbaues in ein Kino-Center hat jedoch Risiken. Das Risiko ist, dass eine aufwendige bauliche Umplanung für ein Kino-Center nicht leicht rückgängig gemacht werden kann. Während der Zuschnitt von Shops leicht änderbar wäre, hätte ein neuer Investor enorme Verluste mit einer Nichterreichung von Kino-Zielen. Es sind die räumlichen Zuschnitte für ein Kino-Center (angeblich: drei große Säle seien die Idee) und eine Passage mit Shops völlig unterschiedlich. Da kann man für den Fall einer Umplanung nicht einfach schnell nur ein paar Wände verschieben. Ist der Umbau zum "Kino-Center" gemacht, somit das Shop-Angebot dann zerstört, so gibt es kein zurück mehr. Das muss man vorher bedenken!

03
Auch empfehle ich, dass man vom Mindener Tageblatt sich weder gängeln noch fehlinformieren lässt. Vieles taugt nur zum Altpapier. Sicherlich hatten die damaligen Berichte über "Cerberus den Höllenhund" einen schädigenden Einfluss. Das danach beobachtete Desinteresse von SPD-Bürgermeister und SPD-Ratsmehrheit, obwohl ja die Stadt selbst "Teil-Eigentümer" des Centers ist, war allzu deutlich. Ich erinnere mich noch gut, wie seitens des "Mindener Tageblatt" meine Worte der großen OMP-Bürgerveranstaltung (Ende 2009) nur frech verissen wurden. Ich hatte gesagt "Eigentlich müssten Sie gar nicht so viel umbauen. Sie müssen doch auch an Umbaukosten und Wirtschaftlichkeit denken. Den langen sich um die Shops herumschlängelnden Gang fand ich eigentlich gut. Das hätten Sie gar nicht ändern müssen." --- Das "MT" schrieb jedoch, dass Matthias Beier (UB-UWG) den neuen schönen Lichthof nicht möchte. Er fand den dunklen herumschlängelnden Durchgang besser, den er lieber beizubehalten wünschte. --- So wie in jenem "unjournalistischen" Verriss betätigt sich das "Mindener Tageblatt" fast immer. Das "MT" ist das Ärgernis Nr1 in Minden, weil der Verleger offensichtlich großen Wert auf unfairen Journalismus legt. Dafür stehen Überlegungen, was planerisch gut und sinnvoll für Minden ist, nicht auf der Agenda der Zeitung. Dafür wird das "MT" offensichtlich nicht produziert, dafür braucht es auch niemand lesen zu wollen.

04
Sollen etwa die Rolltreppen nicht mehr in Durchgangs-Richtung sein? Es hat doch in der Vergangenheit zur Belebung der Passage beigetragen, dass man dort hindurch wollte. Wird allerdings durch den optischen und baulichen Eindruck dies blockiert, dann wird auch nicht mehr viel Publikum hereinkommen. Warum ein so unkluger Vorschlag aktuell kommuniziert wird, ist wirklich nicht nachvollziehbar.

05
Soll nun etwa das innere Glas-Dach zurückgenommen werden? Auch das erscheint mir sehr unklug. Nahezu jedes Einkaufs-Center versucht die Blicke auf die obere Etage und auf die Rolltreppe zu richten. Will man diesen Atrium-Effekt aufgeben, so lockt man folglich niemanden mehr nach oben. Außerdem sorgen große Dach-Glasflächen und große Fenster nicht nur für Licht, sondern auch dafür dass innendrin ausreichend Handy-Empfang gewährleistet ist. Außerdem ist es angenehm, wenn man das Wetter (ob Sonne, Regen oder Schnee) erkennen kann.

Es sieht beispielsweise beim laufenden Umbau des Centers am Wesertor so aus, dass man alldies klug und richtig macht. Einem potentiellen Investor für die Obermarktpassage würde ich empfehlen, ebenso den Weg zu beschreiten.

06
Auch das Thema "Stadthalle" ist völlig anders zu bewerten. Die "Stadthalle" kann nicht verkauft werden! Es können nur Räumlichkeiten verkauft werden, die früher einmal "Stadthalle" waren. Es scheint so, als hätten sich hier illustre Planer gegenseitig den Schnaps eingegossen. Bürgermeister Jäcke (SPD), der vom "MT" gnadenlos zum Wahlsieg geputscht worden war, hatte es aber halbwegs richtig erklärt. Er ist wenigstens nicht völlig "beratungsresistent", sondern in der Lage die Überlegungen rechtzeitig aufzunehmen. Der neue große Komplex der Veranstaltungshallen am Hauptbahnhof ("Westfalen-Arena") hat planerische Priorität. Da wird seitens der Stadt natürlich kein Konkurrenz-Betrieb noch extra beflügelt werden. Ob Kino-Center hier oder da, dies wäre nicht das aktive Wollen der Stadt. Da allerdings die gesammte ISG-Truppe beim Bürgerabend auf Jäcke eintrommelte, sagte er: "Sollte nun besonders eilig ein solches Kino-Center in der Obermarkt-Passage entstehen, dann wäre es so. Dann wird es sicher kein weiteres Kino-Center mehr zusätzlich geben." Diese Worte hätte er aber besser tiefer hängen sollen. Nämlich zu sagen, dass überhaupt fraglich ist, ob ein Groß-Kino beziehungsweise Kino-Center langfristigen Sinn macht.


Vieleicht konnten diese Infos und Bewertungen etwas Licht ins Dunkle bringen. Und besser man erinnert nicht an die verschiedensten Ideen, welche die Obermarktpassage völlig ausrangiert wissen wollten. Solche Vorschläge, beispielsweise es könne "Verwaltung" dort hinein, oder beispielsweise es sollen nur Wohnungen dort sein, sind echter Nonsens. Allerdings ein "Nonsens", den auch die großen Mindener Rats-Parteien vorbrachten.

Nun gibt es wenigstens Planungsideen, die nicht den direkten Abriss der Obermakrt-Passage fordern. Welchen aktuellen Wert der Gebäudekomplex haben mag, wäre ja nicht nur vom Ertragswert abhängig, sondern auch auch von den Umbau-Erfordernissen. Rechnen da alle immer nur mit "1 Euro" für die angebliche Wertlosigkeit? Dann müssen wohl auch keine guten Ideen in die Wagschale gelegt werden? Ich habe letztens jemandem 5 Euro geliehen, den ich häufig in oder vor der OMP sehe. Ja, einkaufen konnte er immer wieder noch. Aber die geliehenen 5 Euro hat er nie dabei.

Dem hoffentlich verkaufswilligen jetzigen Eigentümer wünsche ich, dass er einen für Minden positiv wirkenden Käufer findet.

Grüße, Matthias Beier
UB-UWG

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